Kontroverse um Fridays for Future: Aufruf zur Intifada und Vorwürfe des Antisemitismus
Die internationale Bewegung Fridays for Future (FFF) hat sich in den vergangenen Jahren auf der ganzen Welt einen Namen gemacht - als Plattform für junge Aktivisten, die entschlossen sind, den Klimawandel zu bekämpfen.

Allerdings lösten kürzlich Äußerungen auf ihrem offiziellen Twitter-Account, der mehr als 143.000 Menschen folgen, kontroverse Debatten und Kritik aus. Die Gruppe wurde beschuldigt, zu einem bewaffneten Aufstand gegen Israel aufzurufen, als sie im Januar "Yallah Intifada!" (Auf geht's, Intifada!) twitterte und sich dabei solidarisch mit den Palästinensern gegen Israels "unmenschliche Verbrechen" erklärte.
Dies ist nicht der erste Vorfall, bei dem die Bewegung in einen Skandal verwickelt war. Bereits im Mai 2021 veröffentlichte FFF auf Instagram eine Nachricht, in der sie erklärte, sie seien "mit den Herzen bei den Märtyrern und Verstorbenen" in Palästina und dass ihr Blut nicht vergessen werden dürfe. Die Äußerungen wurden als antisemitisch kritisiert und die deutsche Sektion der Klimabewegung distanzierte sich stark von den "antisemitischen Inhalten" des Posts. Luisa Neubauer, eine bekannte deutsche Aktivistin, betonte, FFF stelle sich "klar und deutlich gegen jeden Antisemitismus, überall".
Im November 2022 verurteilte FFF International erneut die "Verfolgung und Angriffe auf Palästinenser" und bezeichnete sie als "klares Resultat der israelischen Apartheid und des Neokolonialismus". FFF Deutschland wurde daraufhin vom Zentralrat der Juden aufgefordert zu handeln.
Der Konflikt spitzte sich weiter zu, als die Bewegung im Mai dieses Jahres die Verbote von propalästinensischen Demonstrationen in Deutschland am "Nakba"-Tag (Arabisch für Katastrophe) als "rassistische und neokoloniale Zensur" brandmarkte und erklärte, Palästina müsse von "deutscher Schuld" befreit werden.
Die Wogen gingen so hoch, dass die lokale Gruppe von FFF in Bremen sich im Juli auflöste und dem Bundesverband rassistisches Verhalten vorwarf. Der Grund für die Auflösung war Kritik an ihrer Zusammenarbeit mit der antiisraelischen Gruppe "Palästina spricht".
Eine Untersuchung der "Jüdischen Allgemeinen" offenbarte nun, dass hinter den kontroversen Social-Media-Posts eine kleine Gruppe von Aktivisten steckt, die in einer Telegram-Chatgruppe koordiniert agieren. Im Zentrum der Untersuchung steht ein junger Aktivist aus Rheinland-Pfalz, Hasan Ö.
Hasan Ö., der bereits wegen beleidigenden Verhaltens und Antisemitismus von Fridays for Future Deutschland ausgeschlossen wurde, beteiligt sich auch außerhalb der Klimabewegung an antiisraelischen Aktivitäten. Er war an einer Social-Media-Kampagne der Gruppe "Bundestag 3 für Palästina" (#BT3P) beteiligt und trug auf einem Foto der BDS-Kampagne einen Pullover mit dem Konterfei der palästinensischen Terroristin Leila Khaled.
Die Kontroverse um FFF und ihre politischen Äußerungen hat weitreichende Konsequenzen für die Bewegung und wirft Fragen auf über die Grenzen des Aktivismus und die Notwendigkeit, sich von antisemitischen und rassistischen Tendenzen zu distanzieren. Die internationale Gemeinschaft beobachtet nun genau, wie FFF auf diese Krise reagiert und ob sie in der Lage ist, ihren Fokus auf den Klimaschutz zurückzugewinnen, ohne sich in kontroverse politische Debatten zu verstricken.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild
Freitag, 04 August 2023